
Head of Recruiting & Employer Branding | Contabo
Katharina Baehr
Katharina Baehr verantwortet bei der Contabo Group Recruiting und Employer Branding und beschäftigt sich seit über 17 Jahren mit den Themen People, Talent und Unternehmenskultur.
Seit 2018 liegt ihr Fokus insbesondere auf Recruiting, Employer Branding sowie der Transformation hin zu einem modernen People Mindset und zeitgemäßer Führung. Dabei treibt sie vor allem die Frage an, wie Unternehmen Arbeitsumfelder schaffen können, in denen Menschen ihr Potenzial entfalten, wachsen und sich langfristig verbunden fühlen.
Als Speakerin, Podcast-Host des Formats „It’s all about People Experience“, Autorin und LinkedIn Creator teilt sie regelmäßig Impulse rund um People Experience, Unternehmenskultur, Recruiting und Employer Branding. Ihr besonderes Interesse gilt dabei der Verbindung von Arbeitgebermarke, gelebter Kultur und den tatsächlichen Erfahrungen, die Menschen innerhalb eines Unternehmens machen.
Dein schönster Employer Branding Fail?
Bei einer Strategieentwicklung einer Arbeitgebermarke ist von Beginn an klar, wie wichtig es ist, die unterschiedlichen Perspektiven im Unternehmen einzubeziehen. Trotzdem wurde einmal entschieden, den Prozess zunächst sehr stark aus Sicht der Geschäftsführung aufzusetzen, da dort die Arbeitgebermarke vermeintlich am stärksten geprägt wurde.
Mir war früh bewusst, dass uns dadurch wichtige Stimmen fehlen würden, und ich habe versucht, möglichst viele weitere Perspektiven einzubringen. Ganz gelungen ist das allerdings nicht. Die Folge waren zusätzliche Schleifen, notwendige Korrekturen und einige Umwege, die wir uns hätten sparen können.
Die Erfahrung hat mich noch einmal darin bestärkt: Arbeitgebermarken entstehen nicht im C-Level. Sie entstehen dort, wo Menschen das Unternehmen jeden Tag erleben. Deshalb gehören für mich von Anfang an möglichst alle relevanten Stimmen an einen Tisch.
Und größter Wow-Moment?
Immer dann, wenn Menschen schon vor dem ersten Gespräch ein Gefühl für unsere Kultur entwickelt haben. Wenn Kandidat:innen sagen, dass sie einen relevanten Podcast gehört, unsere Inhalte verfolgt oder von gezielten Mitarbeitenden von uns gehört bzw. gelesen haben. Oder wenn selbst abgelehnte Bewerber:innen andere Talente an uns weiterempfehlen.
Das sind die Momente, in denen Employer Branding für mich mehr Mehrwert bietet als alles andere.
Was ist dir bei den Nominees besonders wichtig?
Mich interessieren die Menschen hinter der Arbeit. Diejenigen, die Kultur gestalten, unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und den Mut haben, auch unbequeme Themen anzusprechen.
Ich suche keine perfekten Kampagnen, sondern Personen, die Wirkung erzielen – für Mitarbeitende, Kandidat:innen und ihre Organisation. Denn die stärksten Arbeitgebermarken entstehen selten durch Lautstärke, sondern durch Substanz.
Kurz gesagt: Menschen, die Wirkung erzeugen, nicht nur Sichtbarkeit.
Welche Farbe hat Employer Branding für dich?
Orange.
Für mich steht die Farbe für Energie, Offenheit und Verbindung. Genau das macht gutes Employer Branding aus: Menschen zusammenbringen, Perspektiven ganzheitlich verbinden und etwas schaffen, das größer ist als einzelne Maßnahmen oder Kampagnen.
